14:40 Uhr
Werbeagenturen im Netz
Warum ist es nur immer wieder so, dass Werbeagenturen ihre Website als bunte, verspielte Kreativwiese jenseits aller gelernten Navigationsregeln gestalten? Wer für seine Kunden etwas Gutes tun will, muss sie verstehen. Immer wieder gelange ich auf Agenturseiten, die eher einem Rätselspiel ähneln. Wie gelange ich schnell und direkt zu den Informationen, die mich interessieren? Freunde, meine Zeit ist begrenzt. Häufig genug schaue ich fassungslos auf ein unruhiges, flashbasierendes Mäusekino, welches mehr Barrieren als Zugänge zu relevanten Informationen und Inhalten bietet. Woran liegt das?
Agenturen wollen ihre Kreativität ausspielen. Sie haben einen deutlich größeren Fokus auf Ästhetik als auf Inhalte.
Sie denken auch bei ihrer eigenen Website in alten “Broadcast”-Mustern und 30-Sekunden-Botschaften, die alleine auf die vordergründige Aufmerksamkeit zielen, als wenn ihre Website-Besucher kalte Erstkontakte seien.
Sie praktizieren den digitalen selbstreferenziellen Image-oder Verkaufsprospekt. Sie fragen sich: Was können wir über uns erzählen? Sie fragen sich aber nicht: Was könnten wir unseren Besuchern und Lesern mediumspezifisch als echten Mehrwert bieten?
Sie denken jeden Tag Werbung, also fühlt sich die ganze Website auch wie Werbung an, mit allen Konsequenzen.
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25 Kommentare
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Am 13. Juni 2008 um 14:57 Uhr
Werden klassische Werbeagenturen das Internet überhaupt jemals verstehen? Ich bezweifele es.
Am 13. Juni 2008 um 15:02 Uhr
so ist es. je größer die agentur, desto schwerfälliger ihr vehikel. man schaue sich nur die seite mit dem hölzernen pferd an.
Am 13. Juni 2008 um 15:25 Uhr
“je größer die agentur, desto schwerfälliger ihr vehikel.” –> meiner meinung nach kein kausaler zusammenhang –> z.B. die Düsseldorfer Agentur mit den 4 roten Buchstaben…
Am 13. Juni 2008 um 16:17 Uhr
Noch schlimmer steht es um die Mediaagenturen. Hier bezeichnen sich die meisten mittlerweile als Kommunikationsagenturen. Die Agenturen scheinen dann aber mit ihren Seiten eher die Aussage zu treffen, dass sie nicht fähig sind, über sich und ihre Arbeit zu kommunizieren. Dabei dreht sich deren Arbeit um Werbung und mediale Kommunikation. Ein Armutszeugnis…
Am 13. Juni 2008 um 16:19 Uhr
Die mit dem Pferd hat ein tolles Menü - es weicht immer sehr geschickt aus ;)
Am 13. Juni 2008 um 16:55 Uhr
Ich wünsche mir neben konfusen sinnlosen Flashnavigatione auch wieder mehr deutsche Sprache die ICH verstehe und keine Geheimsprache der Marketingschaumschläger ist. siehe start.ag
Am 13. Juni 2008 um 17:13 Uhr
Letzendlich muß “alles” die Erwartungen seiner Nutzer erfüllen.
Wen sollen die Websites von Werbeagentueren ansprechen ?
Otto-Normal-Surfer, kritische Kollegen, die darüber bloggen wollen, potentielle Auftraggeber ?
Ich als staunendes Kind … äh… sich informierender potentieller Auftraggeber bin schon beeindruckt von dem “Schnickschnack” auf mancher Werber-Seite … andererseits kann ich nur bestätigen, daß es nervend ist, wenn ich gewünschte Informationen (bspw. Referenzen) erst mühsam “entdecken” muß.
… aber vllt. sind diese “Spielchen” tatsächlich nur Schw…vergleiche mit anderern Werbern, da “Auftraggeber” idR nicht über Websites den Weg zu den Agenturen finden. ;-)
Am 13. Juni 2008 um 17:24 Uhr
@derherold:
Na, für die kritischen Kollegen brauchen sie´s eher nicht ;-)
Aber ganz sicher für potenzielle Auftraggeber. Wir sollten natürlich die Bedeutung einer Website bei der Agenturselektion eines Kunden nicht zu hoch hängen, aber der Web-Kanal ist ganz sicher ein Filter, der auch genutzt wird. (siehe auch link im post), besonders wenn der Besucher von der Agentur auch Web-Services für sich einkaufen will.
Dass diese potenziellen Kunden dann bei vielen Agentursites eher abgeschreckt sind, lässt sich nicht leugnen. Und leugnen lässt sich auch nicht, dass Agentursites erschreckend schlecht bei Suchmaschinen mit ihren Inhalten! indiziert sind. Man landet immer auf der Startpage (Permalinks, was ist das?!), plagt sich mit Popups herum, mit Schriften, die eine Browserlupe erfordern und mit Multimedia-Inhalten jenseits ergonomischer Standards. Und, und, und.
Am 13. Juni 2008 um 18:05 Uhr
Der im Artikel angesprochene Sachverhalt ist ein weitverbreitetes Phänomen. Solche Seiten sind vielleicht für Leute aus der Branche interessant aber meistens wohl kaum für den informationssuchenden Kunden. Das es auch anders geht, zeigt zum Beispiel Publicis (http://www.publicis.de)
Am 13. Juni 2008 um 21:08 Uhr
Um mal das Ganze distanziert von außen zu betrachten (und ohne das beliebte Agentur-Bashin’, dass sie das Internet nicht verstanden hätten):
Es ist bei einem Web- oder Print-Auftritt einer Agentur nicht ganz unwichtig, zu filtern. Which means: Genau Die Bild, Text- und Programmiersprache zu nehmen, die die Richtigen (nach höheren kreativen Weihen strebende BWL-Marketingleiterchen, narzisstische Popgrößen oder nachhaltige mittelständische Inhaber - große Frage und ist sich särr verschieden) anzieht und die anderen Frösche eher a bissi heiß abschreckt :-)
Natürlich nur, wenn man als Agentur ein Profil hat. Viele Agenturen haben kein Profil, sondern machen alles, Kreatives und VkF, sind Bauchladen. Das ist kritikwürdig, denn ihren Kunden erzählen sie oft was anderes als das, was sie selber machen.
Generell
Ob es die angesprochenen Agenturen im Netz richtig machen, entzieht sich meiner Kenntnis. Allein deswegen, weil ich deren strategisches Unternehmensprofil (was den Großen sehr wohl bewusst ist) nicht kenne. So einfach ist das.
Und tatsächlich ist es immer noch so - und ändert sich erst langsam marginal - dass das (Neu-)Kundengeschäft auf ganz anderen Schienen als dem Internet erfolgt (PR, Beziehungen, Netzwerk, Design-Preise.) Da kann also off-the-record aka Spie0ßer noch so lamentieren, dass diese Brüder^^ kaum Eigenanzeigen im Horizont schalten :-( [Mir ist hingegen klar, warum...]
Erst wenn man weiß, welche Strategie diese Agenturen verfolgen, darf man “falsch!” krakeelen oder über “buntes blödes Show- und Zirkuspferd-Bohai statt spröde Linux-Haltung” lästern. Vorher nicht. Ich will beispielsweise keine Gründer mehr (das darf man schändlich, idiotisch, vertriebsgestört finden oder auch nicht) und wähle daher bewusst eine Sprache, die ihnen einen Hauch zu kompliziert ist.
Wer sich dennoch durchbeißt: welcome!
;-D Der ist dann doch der Richtige, das erspart mir Anfragebearbeitung. Nennt sich Kundenqualifizieren. Ist echter Trend. Ketzerische Frage: Warum soll man es der IT-vorderlastigen Blogwelt Recht machen^^. Diese kauft doch nie ein :-) [Erwarte jetzt wütende Kommentare .
:-D :-D
Man muss es nicht allen Recht machen: Everybodys Darling is everybodys Depp.
Am 13. Juni 2008 um 21:18 Uhr
@Vroni: Ich kenn deine Kommentare ja schon ein bisschen…
Da steige ich aber als Mann aus. Und glaub mir, manchmal hab ich auch ein Baströckchen an, aber das ist mir zu wirr…
Am 13. Juni 2008 um 21:22 Uhr
Roland, das hat mit Mann oder Weib nix zu tun.
Eher mit IT- und internetaffin oder nicht.
Sorry.
Das Gender-Thema stellt sich ausnahmsweise einmal deutlich nicht. Wer es dennoch isn Spiel bringt, ja mei. Muss wohl.
(Is wohl grad nix im Fussball, oddr?]
Am 13. Juni 2008 um 21:47 Uhr
@Vroni, oh doch…
Mes amis, les bleus…
Vroni, das mit dem ganzen IT/Internetaffin ist ja mal a Schmarrn.
Schau dir an, was potenzielle Kunden über die Websites ihrer Agenturen sagen. Das ist entscheidend. Es ist doch gerade so, dass das letzte Quentchen Flashzeugs viel zu oft ausgequetscht wird, um es für den “ganz normalen” Business-Webuser komplizierter zu machen. Wie ich oben im Kommentar schon schrieb: Wir sollten Websites für das Agenturgeschäft nicht überbewerten, aber ein wenig mehr mediengerechte- und nicht heckmeckteckige- Umsetzung dürfte man selbst von Agenturen erwarten, die sich nach eigener Strategie zur “Klassik” zählen. Wenn schon, denn schon.
Am 13. Juni 2008 um 22:15 Uhr
Ich will mal wissen, wer diese potenziellen Kunden genau sind. :-)
Vorher sog i nix.
Meine Erfahrung ist die, dass einigemanchezuviele sehr wohl auf künstlichen Heckmeck abfahren. Eine durchdachte Seite - mit Nutzen, gähn - ist denen viel zu langweilig. Das transferieren die auf ihre potenziellen Kampagnen, dass die auch so nützlich und trocken werden und haun ab. Schlag mich, wenn du kannst, heut hab ich mein Schwarz’n. :-)
Am 13. Juni 2008 um 22:20 Uhr
i schlog net…
Ja, klar, es gibt auch die Kunden, die genau so eine Seite wollen, wie sie sie auf Agenturseite vorfinden…
Und für Microsites im Web, die über TV-Spots befeuert werden, sind auch klassische Agenturen die erste Wahl…
So, nun zurück zum Fußball… 1:3 Holland/Frankreich…
Mon dieu…
Am 14. Juni 2008 um 20:11 Uhr
Ja, es gibt aus meiner sicht sehr wenige Agenturen, die nicht künstlich versuchen “Kreativität” mit wirrem Flashzeugx und unbedienbaren Navigationen zu kommunizieren. Dahre sieht unsere Seite auch eher brav, freundlich aber bedienbar aus…
Am 16. Juni 2008 um 01:59 Uhr
@David Wobei ich nicht unbedingt von 4 wildfremden Menschen direkt und ungefragt ins Gesicht guguckt werden mag ;-) (ansonsten recht schick und navigierbar)
Mal ehrlich, ich weiß gar nicht, dass man darüber diskutieren muss:
Inhalt-Optik-Navigation, wieso kommt man denn überhaupt auf die Idee das zu trennen??? Es muss einfach passen, sobald eins zurück hängt kann man es nicht einfach nur durch den Rest ausgleichen!
Wenn die Seite schön aussieht, ich aber keine (schnell) Infos finden kann, dan gehe ich wieder. Genauso, wenn die Inhalte ungenügend sind oder die Optik nicht zum Inhalt passt. Das Gesamtbild muss einfach entsprechend sein. Und am Ende will “die Masse” nicht spielen auf solchen Websiten, sondern Informationen.
Am 16. Juni 2008 um 08:37 Uhr
Ob Flash-Wahnsinn oder nicht, warum und wieso überhaupt - am erschreckendsten finde ich viel mehr, dass es so einige Websites von Agenturen gibt, die hübsch und/oder wirr gestaltet sind und viel Pseudo-Philosophie versprühen - aber es noch nicht mal schaffen, ihre Adresse, Telefonnummer oder sonstigen Kontaktweg zu integrieren …
Ohne Scheiß, als ich mal ein paar Tage Agenturen gesichtet habe, um ein Akquise-Mailing rauszuschicken, habe ich fast den Glauben an den Beruf verloren. In ihren duften Selbstdarstellungen preisen sie sich als die total tollen Kommunikationsdienstleister, und wenn man dann mit ihnen in Kontakt treten will, muss man nach dem Web-Besuch die Auskunft anrufen - was ich allerdings nie tat, denn wer will schon für solche Spacken arbeiten, geschweige denn, für sich arbeiten lassen?
Armutszeugnis pur, Function follows Form.
Am 16. Juni 2008 um 09:51 Uhr
generell sehe ich kein problem darin, eine seite “überwältigend” zu gestalten. man nehme potentiellen kunden X, der von einfachheit eh keine ahnung hat und denkt, er müsse mit schönen bildchen überzeugen. dann fühlt er sich doch von einer agentur angesprochen, die eben genau das bis zum erbrechen exerziert. er denkt “wow” (im optimalen fall) und daß das genau seine zukünftige agentur ist.
nicht jedes unternehmen (es gibt ja auch noch mittelständler und kleine familienunternehmen ;)) hat ahnung, worum es heutzutage im web geht. sie wollen nur ne schicke website haben. daß diese auch eine intuitive navigation haben sollte, erklärt man ihnen als berateragentur dann im gespräch.
bis dahin steht die agentur-website als visitenkarte respektive portfolio im netz und soll den besucher doch überwältigen und nicht nüchtern wie ein blog informieren.
sicherlich ist es dumm, wenn dabei agenturseits die einfachsten funktionen (kontaktmöglichkeiten) vernachlässigt werden…
Am 16. Juni 2008 um 09:56 Uhr
@phillip: das ist doch der SINN dieser navi, ganz im sinnes des trojanischen pferdes (vor den staunenden zuschauern zu stehen und gleichzeitig unentdeckt bleiben) = die optimale verbindung aus modernem gaming (wo is hier eigentlich das ingame advertising?) und der geburt aller kultur (nach adorno/ horckheimer wenn ich das noch richtig…), dem (werbe)mythos.
dann das thema kommunikationskompetenz der werbebranche noch rasch erweitert: die flash-layer banner scheisse aus wuv (fass, fass, braaaaav) und horizont (wie bitte? hor…???) ist das armutszeugnis schlechthin. die verkaufen ihr scheissgeschäftsmodell mit dem need solche displaywerbung zu schalten ihren werbekunden wahrscheinlich als “case”;-). mal abgesehen davon, wer will eigentlich den mouthpiece journalism dieser blättchen noch haben?
Am 16. Juni 2008 um 17:38 Uhr
Genau die Diskussion, die eure Kommentare widerspiegelt, haben wir intern lange geführt. lombard-street.de ist das Ergebnis - konstruktive Kritik nehmen wir immer gerne an!
PS: Wir haben auch was mit Pferden :-)
Am 30. Juni 2008 um 18:15 Uhr
pferde? pfff… das hier is immer noch der heisse scheiss…
ars-berlin.com
check ausund weine!
Am 30. Juni 2008 um 18:16 Uhr
und vergiss die leerzeichen nicht. dann kommts nicht so doof wie bei mir.. hoho
Am 28. September 2008 um 01:25 Uhr
[...] haben wir uns ja gelegentlich schon mit Websites von Agenturen beschäftigt, aber ehe ich nun hier in epischer breite meinen egozentrischen Senf abgebe, [...]
Am 28. September 2008 um 11:13 Uhr
Ich würde diese Diskussion gerne mal nutzen, um nach Feedback zu meiner Agentur-Website zu fragen, da sich meine Website doch schon sehr von den meisten Agentur-Websites unterscheidet, wie ich immer wieder merke.
Ist das OK?
Wenn ja, dann schaut doch mal unter: adthink.de
Dort stelle ich folgende und für eine Agentur-Website eher ungewöhnliche Informationen zur Verfügung:
-Auf der Startseite schreibe ich seit Herbst 2001 wöchentliche und größtenteils Agentur-unabhängige News mit beruflich nützlichen Infos im Sinne eines Business-Blogs und persönlich interessanten Infos für die Menschen “hinter den Jobs”.
-Auf der Seite “Honorar” präsentiere ich eine umfangreiche und meines Wissens nach vollständige Übersicht neutraler Honorar-Empfehlungen.
-Die anderen Seiten beschreiben (hoffentlich verständlich), was ich anbiete und das ich dafür die entsprechenden Erfahrungen mitbringe.
Was haltet Ihr davon?